Kleid Simplicity 7043 nähen

Cocktailkleid – Simplicity 7043

Was soll man denn machen, wenn das Wetter den Sommer über so schlecht ist? Natürlich ein Kleid nähen! Am besten gleich ein richtig tolles Coktailkleid aus ganz besonderen Stoff für all die nicht stattfindenden Partys, zu denen man eh nicht gehen würde. Am Anfang des Jahres entstand so mein Pailettenkleid, mit dem ich bisher auf keiner einzigen Party oder was auch immer war, und nun habe ich aus einem wunderschön kitschigen Jacquard mit asiatischen Motiven ein Cocktailkleid nach Simplicity 7043 genäht.

Der Stoff besteht aus 100% Polyirgendwas, aber ist dafür wirklich sehr schön anzusehen. Die Trageeigenschaften lassen auch etwas zu wünschen übrig, aber hier geht’s heute nur ums Aussehen. Mit viel Stand überzeugt der Stoff auch! Aber so richtig. Der Rock ist einfach nur zugeschnitten, genäht und steht wie eine 1. Selbst nach langem Sitzen hängt da nichts unmotiviert an mir runter. Ein Traum. Bei Hitze wird’s im Kleid warm und unangenehm, aber diesen Sommer kein Problem. 😉

Zum Motiv gibt’s auch nicht viel zu sagen: es ist schön und kitschig – einfach richtig schön kitschig. Und mal was ganz anderes in meinem Kleiderschrank. Gekauft habe ich den Stoff schon 2019 auf dem Stoffmarkt in Ludwigshafen. Natürlich ohne Plan, was ich denn daraus nähen könnte. Also, dass es ein Kleid werden sollte stand schon fest, welcher Schnitt nur nicht. Daher hatte ich 1,5 m vom Stoff gekauft und gehofft, dass es reicht. Hat es dann zum Glück auch, nachdem ich die Rockteile etwas in ihrer Weite reduziert hatte. Im Original passte der Schnitt Simplicity 7043 nicht auf die 1,5 m, da der Stoff gar nicht so breit ist, wie gedacht. Naja, wird der Schnitt halt angepasst.

Den Schnitt habe ich schon ein paar mal genäht. Das erste Kleid nach diesem Schnitt passt mir aber schon länger nicht mehr und ich habe es erst letztens geändert. Einen ausführlichen Beitrag dazu gibt es hier. Für dieses Kleid habe ich daher den Schnitt 7043 neu in Größe 12/38 abgepaust. Ein bisschen enger machen geht ja immer, habe ich mir gedacht. Musste dann aber feststellen, dass es nicht nötig ist. Ups. Für diesen Schnitt gibt es noch ein weiteres Oberteil (trägerlos), dass aber deutlich enger ausfällt. Nur weil das eine passt, tut es das andere nicht unbedingt. Also lieber ein Probeteil nähen oder die Schnittteile ausmessen. Dann gibt es noch ein Linie zum Kürzen für Petit-Größen. Hatte ich beim ersten Kleid gemacht, aber es war dann viel zu kurz. Beim Probeteil für’s Oberteil musste ich dann feststellen, dass die volle Länge dann doch zu lang ist. Deshalb mal habe ich einfach den Rock 1 cm zu weit oben ans Oberteil genäht und es passt wunderbar.

Auch so musste ich am Oberteil einiges ändern. Hinten oben stand das Kleid einfach unglaublich ab. Da mussten insgesamt sogar noch 5-6 cm raus. Hier habe ich einfach am Reißverschluss Stoff weggenommen. Oben ca. 2,5 cm und dann bis zur Mitte des Oberteils auslaufend weggeschnitten. Damit passt es ganz gut. Vorne am Ausschnitt könnte auch noch etwas weg, aber es ist OK. Außerdem wusste ich im halbfertigen Zustand nicht, wie ich das noch korrigieren kann. Im Origanl ist das Kleid deutlich hochgeschlossener. Ich habe da einiges weggenommen um einen schönen Ausschnitt zu bekommen. Eigentlich reicht der Stoff bis an den Hals, doch das mag ich überhaupt nicht.

Das Oberteil ist gefüttert. Den Jaquard erträgt man sonst nicht auf der Haut. Weil er so störrisch ist, musste ich dann auch alle Ausschnittnähte von rechts noch einmal fixieren. Futter an der Nahtzugabe festnähen hat ncht gereicht. Stoff mit Stand halt – der steht dann gnadenlos ab. 😉 Von der Seite sieht man leider das Futter. Da hätte ich passenderen Stoff wählen können, doch ist der leider schon verplant. Extra Stoff wollte ich auch nicht kaufen, also muss ich da jetzt durch. Die meisten werden hoffentlich nicht so darauf achten wie ich.

Sonst war es wirklich nur abbausen, zuschneiden, nähen … und Taschen rein! Taschen müssen bei mir mittlerweile in fast alle Kleider. Hier hätte ich es fast vergessen, aber die eine Seitennaht habe ich dann doch noch aufgetrennt. Im Stoffschrank hatte ich keinen passenden Stoff mehr, aber unpassender tuts auch. Der Stoff mit dem ich das Oberteil gefüttert habe war auch schon verbraucht. Von links sieht das Kleid daher sehr äh kreativ aus.

Die Taschen schneide ich immer noch ziemlich wüst frei Schnauze zu. Irgendwann hatte ich mal einen Taschenschnitt aus der Ottobre abgepaust, doch die Taschen waren viel zu klein. Da haben nicht mal meine Hände reingepasst! Seit dem nutze ich meine Hände als Vorlage. 😉 Die habe ich auch immer dabei und muss sie nicht extra suchen. Das Leben kann so einfach sein.

So, dann habe ich mal wieder was Schönes zum Zeigen und mache damit beim MeMadeMittwoch mit. Da gibt’s sicher noch mehr tolle Kleider. Und vielleicht auch besseres Wetter …


Schnitt: Simplicity 7043
Größe: 12 / 38
Änderungen: Ausschnitt verändert, Oberteil hinten oben Weite reduziert, Taschen ergänzt
Anleitung: Schritt für Schritt mit vielen brauchbaren Grafiken, verschiedene Sprachen

4 Kommentare

  1. Ein sehr schönes Kleid ist das geworden, Stoff und Schnitt passen sehr gut zusammen, das Rockteil sieht mit genügend Stand prima aus. Hoffentlich kannst Du das Kleid noch oft ausführen! LG, Andrea

  2. Ein zauberhaftes Kleid, steht Dir wunderbar, Du strahlst richtig! Auch so ein Kleid ohne konkreten Zweck braucht Frau im Schrank – kann ja plötzlich eine wichtige Einladung reinflattern – Du bist dann vorbereitet ! LG Kuestensocke

  3. Ein wirklich gelungenes Kleid, das sitzt perfekt und die Farbe steht dir sehr! So schade, dass so viele hübsche Stoffe in leider beklagenswerten Qualitäten produziert werden. Ich schließe Polyester inzwischen aus beim Stoffkauf, das schränkt die Auswahl dann aber extrem ein.

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